Im Gemeindeleben von Haselund ist die Freiwillige Feuerwehr, mit Wehrführer

Stephan Thomsen, eine gut integrierte Einrichtung. Darum weiß hier fast jeder, dass

Stephan immer auf der Suche nach möglichst wirklichkeitsgetreuen Übungsobjekten

ist! Die „Wirklichkeit“ kann man eigentlich nicht darstellen, allerdings ist das Üben an

möglichst der Wirklichkeit entsprechenden Objekten wichtig.

Nils Albertsen stellte für eine solche Übung gerne sein Einfamilienhaus mit

Einliegerwohnung und angrenzendem Stallgebäude zur Verfügung, das abgerissen

werden sollte. So waren eventuelle Schäden durch eine realistische Übung nicht

mehr wichtig.

Für den 28.05.2015 war dieser „ausgedachte Ernstfall“ von Stephan Thomsen geplant

worden und der Tag der Übung war allen Feuerwehrkameraden bekannt. Das

Zusammenarbeiten von Nachbarwehren ist Stephan Thomsen immer besonders

wichtig und so gab es Vorgespräche mit der Freiwilligen Feuerwehr aus Immenstedt.

Sie beteiligte sich daraufhin an der Übung.

Am Tag der Übung meldet sich Stephan Thomsen über Funk beim Immenstedter

Wehrführer Heiko Hansen und nach einer gelungenen Funkprobe lässt der Haselunder

Wehrführer die Übung beginnen. Die Meldung lautet: „Feuer in einem Einfamilienhaus

in der Schulstraße, Hausnummer unbekannt, mit vermisster Person.“

Auch der Immenstedter Wehrführer Heiko Hansen gibt diese Meldung heraus und

seine Wehr rückt zeitgleich mit der Haselunder Wehr aus. Die Zeitverschiebung bis

zum Eintreffen an der Einsatzstelle kann so gemessen und für spätere Einsätze

eingeschätzt werden. Dabei spielt es natürlich auch eine Rolle, ob und wieortskundig

eine Wehr ist. Durch eine gute Wegbeschreibung über Funk finden die Immenstedter

die Einsatzstelle auf direktem Weg.

Schon beim Erreichen der Einsatzstelle können die 9 Haselunder Feuerwehrmänner

eine starke Rauchentwicklung am Gebäude erkennen und sie sehen eine Person am

Fenster stehen.

Stephan Thomsen nimmt seinen Melder und erkundet zuerst das Gebäude. Er befragt

„die Person“, die am Fenster zu sehen ist, nach ihrem Befinden. Weil sie ihm antworten

kann, erkundigt sich der Wehrführer, ob noch weitere Personen im Gebäude seien,

was sie mit einem ja beantwortet.

Die am Fenster dargestellte „Person“ ist eine Übungspuppe und Feuerwehrmann

Marco Hansen spricht ihre Antworten. Er beantwortet mit verstellter Stimme alle

Fragen, spricht aufgeregt, als wolle die „Person“ aus dem Fenster klettern. Um das zu

verhindern, lässt Stephan Thomsen seinen Melder bei der „Person“ zur Beruhigung am

Fenster zurück, damit sie nicht aus dem Fenster steigt und sich dadurch in Gefahr begibt.

Er kehrt danach zu seiner Mannschaft zurück, schildert die Lage und erteilt gezielt

seine Aufträge.

Das Erste und Wichtigste ist natürlich die Rettung der „Personen“!

Die Mannschafft ist schon während der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausgerüstet

worden und bekommt nun kurz und knapp den Auftrag: „Menschenrettung unter

„Atemschutz“! Mit erstem Rohr ans Fenster! Über Leiter vor!“.

Der „Wassertrupp“ und der „Schlauchtrupp“ bringen die Leiter in Stellung und bauen

die Wasserversorgung auf. So kann eine Rettung zügig durchgeführt werden.

Währenddessen geht der Einsatzleiter Stephan Thomsen um das gesamte Gebäude

herum, um sich ein Gesamtbild von der Einsatzstelle zu machen.

Kurz darauf trifft die Immenstedter Wehr ein. Wehrführer Heiko Hansen soll als

Abschnittsleiter arbeiten. Einsatzleiter Stephan Thomsen erklärt ihm die Lage und

teilt ihm einen Abschnitt zu. Der Immenstedter Wehrführer geht dann zu seiner eigenen

Erkundung ums Gebäude und schickt seine Mannschaft gezielt auf die andere Seite

des Gebäudes.

Jetzt muss der „Angriff-Trupp“ zur Suche der zweiten simulierten „Person“ (Puppe)

ins Gebäude vorgehen. Sie tragen Atemschutzmasken und gehen mit aus dem ersten

Rohr vor ins Haus.

Nachdem alle „dargestellten Personen“ (Puppen) gefunden und ins Freie gebracht

wurden, unterbricht Stephan Thomsen die Übung.

Bei der Planung der Übung war Wehrführer Stephan Thomsen wichtig, dass die

vorgehenden Trupps verschlossene Türen und Fenster vorfinden, damit sie mit

feuerwehreigenen Gerätschaften die Türen und Fenster öffnen lernen können.

So können sie feststellen, welche Möglichkeiten sich ihnen in der Praxis bieten:

Zwei Haustüren wurden mit Brechwerkzeugen aufgebrochen, ein Fenster wurde

ausgehebelt, die Mechanik von Fenstern umgangen und zum Schluss musste sogar

eine Scheibe einschlagen werden. Hier war besonders beeindruckend für die Akteure,

welche Gefahren eine eingeschlagene Scheibe für die Einsatzkräfte mit sich bringt:

Messerscharfe Splitter bzw. Scherben haben die Verletzungsgefahr erheblich erhöht.

Darum wurde die Fenster- und Türöffnung nochmal an anderer Stelle am Gebäude

durchführt und geübt. Dabei war es das Ziel, so wenig Schaden wie möglich zu

verursachen. Wenn es die Zeit zulässt, sollen die Trupps immer eine schonende

Variante der Öffnung von Türen und Fenstern vorziehen. Unterschiedliche Türen und

Fenster im Gebäude wurden begutachtet, um herauszufinden, wo die Schwachstellen

an einer Tür oder einem Fenster sind. Mit viel Interesse wurden diese Erkenntnisse

aufgenommen.

Nachdem die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht waren, trafen sich die beiden

Wehren zur Aufarbeitung der Erkenntnisse und zum Abschlussgespräch im

Dorfgemeinschaftshaus in Haselund, bei Würstchen und Erfrischungsgetränken.

Die einhellige Meinung aller 21 Beteiligten ist, dass dieser Übungsabend interessant

und lehrreich gewesen sei. Darum wurde verabredet, sich bei einer anderen

Gelegenheit wieder gegenseitig zu einer „Übung“ einzuladen, auch unabhängig von

den Übungsabenden auf den Dienstplänen.

Das fördert die Kameradschaft und die Leistungsstärke beider Wehren. Außerdem

machen solche Übungen die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr noch

attraktiver, da so spannend trainiert werden kann.

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